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Verbindungen

Als künstlerische Wahlverwandtschaft kann man die Beziehung zwischen dem Maler und Zeichner Fritz Klemm und seinen ehemaligen Schülern an der Karlsruher Akademie, den Bildhauern Franz Bernhard und Voré, bezeichnen. Bekannt wurde Klemm (1902-1990) zunächst mit Caparol-Bildern und Interieurmotiven. Sein zeichnerisches Spätwerk ist von stiller Eindringlichkeit. Franz Bernhard (1934-2013) verwendete anders als in der klassischen Bildhauerei hölzerne Fundstücke, die er additiv zusammenfügte. Er beschränkte sich auf die Darstellung des menschlichen Fragments, das er als anthropomorphes Zeichen verstand. Für Voré (geb. 1941), auch Installations- und Medienkünstler, bildet die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur ebenfalls den künstlerischen Ausgangspunkt. Seine Motive, geschaffen aus einem hautfarbenen Sandstein, können als Körperteile wahrgenommen werden, erinnern aber zugleich an architektonische Formen. Klemms Tochter Barbara Klemm (geb. 1939) arbeitete viele Jahre als Fotografin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Ihre Reportagefotografien gingen als Ikonen um die Welt. Die Wertschätzung, die sie dabei ihrem Gegenüber entgegenbringt, spiegelt sich auch im Werk ihres Vaters und dem von Franz Bernhard und Voré wieder. Gemeinsam ist allen das Interesse am Dasein, die intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen und die Unverwechselbarkeit ihrer Werke.

21.06.26
20.09.26