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GEWALTIGE KRAFT

– die explosive Malerei der Jungen Wilden

Werke der 80er-Jahre aus der Sammlung FER Collection

03.03.24
16.06.24

Die neue Ausstellung des Museums Villa Rot gibt anhand ausgewählter Exponate aus der Sammlung FER Collection die Möglichkeit, sich mit der sogenannten „heftigen Malerei“ seit Beginn der 1980er auseinanderzusetzen. Ihre sinnliche, von der damals wiederentdeckten Lust zum Malen getriebene Kunst dokumentiert in ihrem expressiven Ausdruck nicht nur die gesellschaftspolitischen Strömungen dieser Zeit, sondern auch den Charakter und die individuelle Freiheit ihrer jeweiligen Urheber. Einen Schwerpunkt der Sammlung FER bilden Werke der Gruppe „Mülheimer Freiheit“, die sich von 1980 an in Köln mit Hans Peter Adamski, Walter Dahn, Peter Bömmels, Jiří Georg Dokoupil, Gerard Kever sowie Gerhard Naschberger zusammengefunden hatten und in dem dortigen Galeristen Paul Maenz einen ersten Unterstützer fanden. Die Atelieradresse in einem großen Dachboden im Hinterhof in Köln-Mülheim, den Dahn und Dokoupil gemeinsam nutzten, gab ihnen den Namen. Parallel dazu traten in Hamburg u.a. Werner Büttner und Albert Oehlen mit sogenannten „Bad Paintings“ in die Öffentlichkeit. Und bereits ab 1977 sorgte die neue Malerei in Berlin mit einem ihrer Protagonisten, dem Maler Rainer Fetting, und ihrer Selbsthilfegalerie am Moritzplatz für Furore. Dass diese bewusst antiakademische und vordergründig dilettantische Malerei auch international Anhänger fand, dokumentiert das damalige Werk des Schweizers Martin Disler, dessen Schaffen von „einer rauschhaften Unrast und obsessiven Schaffenswut“ getrieben wurde. Einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die „Jungen Wilden“ hatte auch die Musik jener Jahre - der Punk und die Neue Deutsche Welle. Film- und Tonaufnahmen aus den 1980ern, die sich ebenso mit der damaligen politischen und gesellschaftlichen Situation beschäftigen, lassen die explosive Atmosphäre dieser Jahre wieder lebendig werden. Gezeigt werden Werke von Hans Peter Adamski, Peter Bömmels, Werner Büttner, Walter Dahn, Martin Disler, Jiří Georg Dokoupil, Rainer Fetting, Gerard Kever, Gerhard Naschberger und Albert Oehlen.